„Eindrucksvolle Rede mit wenig Inhalt“ oder „langweilige Rede mit tiefgründigem Inhalt”?

Vor ca.einem Jahr erzählte mir die Mutter vom besten Freund meines Sohnes, dass sie zu einer Art „Rhetorik – Verein“ geht. „Wie? Was soll das sein?“, war meine Reaktion. Sie erzählte mir, dass der Verein „Toastmasters“ heißt. Sie treffen sich zwei Mal im Monat und können dort Reden halten und sie lernen Feedback zu geben. Sofort fand ich das sehr spannend. Ich habe nämlich länger schon nach so was Ähnlichem gesucht.

Ich beobachte, dass wir in Gemeinden sehr viel Wert auf den Inhalt unserer Verkündigung legen. Das ist absolut richtig, denn darum geht es. Andererseits beobachte ich auch, dass wir weniger – bis gar keinen – Wert auf unsere Rhetorik, bzw., wie man  spricht, legen. Sicherlich liegt es an unserer Vergangenheit und an unserer Angst, erneut von „schönen Rednern“ manipuliert zu werden. Nicht umsonst sagt Johannes:

„Meine Kinder, unsere Liebe darf sich nicht in Worten und schönen Reden erschöpfen; sie muss sich durch unser Tun als echt und wahr erweisen.“ (1.Joh. 3,18)

Und Paulus schreibt: „Warnen möchte ich euch vor denen, die von der Lehre abweichen, wie sie euch gelehrt worden ist, und die damit Spaltungen hervorrufen und den Glauben der anderen in Gefahr bringen. Nehmt euch vor ihnen in Acht, Geschwister, und geht ihnen aus dem Weg! Denn solche Leute dienen nicht Christus, unserem Herrn, sondern ihren eigenen Begierden und betrügen leichtgläubige Menschen mit eindrucksvollen Reden und schmeichlerischen Worten.“

Aber gibt es nicht einen Mittelweg zwischen „eindrucksvoller Rede mit wenig Inhalt“ und „langweiliger Rede mit tiefgründigem Inhalt”? Tatsache ist, dass es Leute gibt, die ab und zu in die Kirche kommen, das Evangelium hören (oder hören „müssen“), aber sich absolut nichts merken, weil der Redner am Pult einfach nicht reden kann (wenn ich das mal so formulieren darf…). Stellt euch nun einen Redner vor, der reden kann und das Evangelium unseres Herrn Jesus Christus verkündigt? Da bin ich überzeugt, dass viele Leute im Gottesdienst aufmerksamer zuhören und sich einiges merken würden.

Das ist das uralte Problem, wenn man von einem Extrem ins andere fällt. Ich gehöre zu Toastmasters, weil ich lernen möchte einen gesunden Mittelweg zu finden, nämlich tiefgründige Botschaft mit guter Rhetorik… zu verkünden. Ich wünsche mir Worte und Rhetorik zu verwenden, um den Menschen “Wind in ihre Segel zu blasen”. Das ist Fortify und in diesem Sinne hilft mir Toastmasters Menschen zu ermutigen, zu stärken und auszurüsten.

Am 11. September habe ich zum ersten Mal an zwei Redewettbewerben in unserem Club „Leipziger-Redefreiheit“ teilgenommen: Humorvolle Rede und Stegreifrede. Ich hatte die Freude (und die Überraschung) den 2. Platz bei der Humorvolle-Rede und den 1. Platz bei der Stegreifrede zu „erobern“, d.h. ich darf (mit zwei anderen Teilnehmern) am 7.Oktober bei dem Area-Wettbewerb (bzw. bei der nächsten Runde) unseren „Leipziger-Redefreiheit-Club“ vertreten.

Ich bin wirklich sehr gespannt, wie es sein wird 😊

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Herzliche Einladung zu unserem nächsten Treffen am Montag, 25. September um 19 Uhr, in  Hohe Str. 11 (Plan)

2 Gedanken zu „„Eindrucksvolle Rede mit wenig Inhalt“ oder „langweilige Rede mit tiefgründigem Inhalt”?

  1. Anja

    Lieber Julien,
    herzlichen Glückwunsch! Da hast Du gleich in zwei Kategorien „abgeräumt“. Ich wünsch Dir alles Gute für die nächste Runde! Ich finde es toll, dass Du diese Gabe hast – ich kann ja nicht mal nen Witz in großer Runde gescheit erzählen 😀

    Schön, dass Du die Truppe gefunden hast, ich denke, dass das echt den Horizont erweitert und nochmal ganz anders ist, als auf frommen Terrain zu predigen und danach (eventuell) konstruktives Feedback zu bekommen.

    Weiter so!

    Anja

    Antworten

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