Archiv des Autors: Julien

No risk – No fun…

… bis du einmal zu viel auf die Nase fällst!

Ich muss am Anfang etwas zugeben: Ich finde Veränderung spannend.

Einerseits ist es spannend, weil Veränderung etwas mit uns macht… andererseits stellt Veränderung etwas Unbekanntes dar. Sie verbirgt ein gewisses Risiko, das Spannung mit sich bringt.

Im Laufe der Jahre habe ich allerdings ein „zwiespältiges Verhältnis“ zur Veränderung entwickelt. Was meine ich damit?

Vor 15 Jahren war ich noch Single. Das Risiko, das ich z.B. bei einer Veränderung einging, betraf nur mich. Ehrlich gesagt, machte es echt Spaß!

Heute bin ich 15 Jahre älter (ich weiß… das ist eine tiefe Erkenntnis). Ich bin verheiratet und Vater von 4 Kindern, d.h. ein Risiko, das ich  z.B. bei einer Veränderung eingehe, betrifft mindestens 6 Personen. Manchmal  macht es schon  Spaß… aber nicht immer.

Einerseits finde ich ein Risiko nach wie vor spannend und „anziehend“. Andererseits bin ich im Laufe der Jahre so oft auf die Nase gefallen, dass die Angst vor den Folgen des Risikos mich bremst.

Letzte Woche, am Samstag sind wir vormittags mit den Kindern im Wald spazieren gegangen. Phileas wollte unbedingt am Wasser spielen, eine Sperre bauen und anschliessend den Bach überqueren. Früher hätte ich gedacht: „Toll! Machen wir sofort!“ An diesem Tag ertappte ich mich bei dem Gedanken: „Moment mal! Wenn er rein fällt, dann ist er völlig nass und ich habe keine Wechselkleidung dabei, ganz zu schweigen, dass er sich verletzen kann.“ Natürlich ist dieser Gedanke für Eltern nachvollziehbar. Nichtsdestotrotz war ich mit meinen eigenen Gedanken nicht einverstanden und ließ Phileas die Sperre bauen und den Bach überqueren.

Nein! Er ist nicht rein gefallen.

Nachmittags sind wir zum Paunsdorf Center (Leipzig) gefahren, denn dort sollten „Profibiker“ auftreten. Es war echt beeindruckend, was man auf solchen kleinen Fahrräder machen kann. Ich wage es nicht zu denken, wie oft sie auf die Nase gefallen sind, sich verletzt haben und trotzdem wieder auf´s Fahrrad gestiegen sind und noch mal probiert haben.

Ob sie immer noch „No Risk! No Fun!“ sagen können?

Vielleicht sagen sie eher „Know How! Know Fun!“ oder so etwas Ähnliches?!

Wie ist es bei dir?

Vielleicht lachst du, wenn ich über „Angst“ schreibe. „No Risk! No Fun!“ ist natürlich dein Lebensmotto und du kannst nicht nachvollziehen, wie man so „sicherheitssüchtig“ leben kann.

Oder vielleicht lachst du, wenn du an diesen Leute denkst, die ständig Veränderungen und Risiken eingehen. Für dich ist es ein Zeichen von „Instabilität“ und/oder „Unreife“. Das ist vielleicht „cool“, wenn man jung ist, aber als Erwachsene muss man mit dem „Quatsch“ aufhören.

Ehrlich gesagt, denke ich, dass der „Fun“ irgendwo dazwischen ist.

Wer Risiken „herausfordert“, wird sicherlich oft auf die Nase fallen. Und vielleicht auch ein Mal zu viel. Dann ist leider den „Fun“ vorbei.

Andererseits, wer keine Risiken eingeht, wird wahrscheinlich im Leben wenig (oder gar nichts) erleben. Dann ist ebenfalls den „Fun“ vorbei.

Da musste ich erneut an die Predigt von Andreas Schmidt vom letzten Sonntag denken (Siehe meine Notizen hier). Besonders folgender Satz ist mir hängen geblieben:

Gott rechnet gar nicht damit, dass wir Verluste erleiden. Wenn wir uns für Gott einsetzen, wird immer ein Gewinn daraus und andere werden dadurch gesegnet. Wenn Gott uns herausfordert, überfordert er uns nicht.

Andreas Schmidt (Prediger EFG Lebenslicht Limbach) – Verkündigung am 19.05.2019 in der Hofgemeinde Leipzig

Was ein Risiko aus menschlicher Sicht darstellt, ist im Grunde genommen kein Risiko aus göttlicher Sicht. Es kann nur ein Gewinn und ein Segen werden, bzw. „FUN“.

Aus göttlicher Sicht macht „No Risk! No Fun!“ schon Sinn, vorausgesetzt, ich gehe das Risiko MIT Gott ein. Das ist das grundlegende „Know How“, um ein Risiko einzugehen. Deshalb „Know How! Know Fun!

Wie ist es bei dir?

Wie gehst du Veränderungen ein? Wie gehst du Risiken ein? (Mittlerweile sollte es klar sein, dass vermeiden keine Option ist.)

Ich wünsche Dir, dass du jedes Risiko des Lebens MIT Gott eingehst, denn dann kannst du sicher sein: Es wird herausfordernd sein! Es wird spannend sein! Es wird „Fun“ sein!

Vermeiden – Aus Liebe die Angst überwinden!

Gestern, Sonntag, 19.05., war ich beim Gottesdienst in der EFG Hofgemeinde, Leipzig. Ich durfte mich „segnen“ lassen, indem ich die Predigt zuhören (und nicht halten 😉 ) durfte.

Andreas Schmidt, Prediger in der EFG „Lebenslicht Limbach-Oberfrohna„, hat die Predigt gehalten. Das Thema war teil der Predigtreihe „Stacheliger Glaube“, und lautete „Der Stachel: Vermeiden – Aus Liebe die Angst überwinden!

Mir hat die Predigt sehr angesprochen. Deshalb möchte ich ein Teil meiner Notizen mit euch teilen:

Predigttext: Matthäus 25,14-30

Wir vermeiden entweder aus Angst, Sorge oder Überforderung. Wir suchen Sicherheit in einer gefährlichen Welt. 

Gott rechnet gar nicht damit, dass wir Verluste leiden. Wenn wir uns für Gott einsetzen, wird immer ein Gewinn daraus und anderen werden dadurch gesegnet. 

Wenn Gott uns herausfordert, überfordert er uns nicht. 

→ Gottes Anspruch überfordert uns nicht → Matth.11,28-30

→ Wir sind mehr / Wir sind stärker → 2. Kön. 6,16-17

→ Eph. 1,18-19

→ Gottes Wirklichkeit bekennen → Markus 12,23

→ Riskante Entscheidungen treffen:

– „Nein“ sagen

– Meinung laut aussprechen

– Für das Gute streiten

– Fremde einladen

– Jesus bezeugen

– Finanzen opfern

→ Liebe besiegt die Angst → 1. Joh. 4,16-19

Kritisieren = Salböl für mein Haupt?

Vor einigen Wochen bin ich eingeladen worden, um ein Seminar zum Thema, „Kritik äußern und annehmen„, zu halten. Die erste Reaktion meiner Frau war: „Wer hat das Thema ausgesucht? Wie kommt’s, dass ausgerechnet du über so ein Thema referierst?“ Meine Frau weiß sicherlich am besten, dass ich noch einiges über dieses Thema zu lernen habe.

Ich habe also hinter dem Argument, dass ich genau deswegen darüber referiere, WEIL ich hier noch viel zu lernen habe, Zuflucht gesucht.

Nun ist es mir erneut klar geworden:  Das Thema ist wirklich schwierig.

1) Es ist schwierig zu behandeln, denn wir alle wissen (theoretisch), wie man Kritik äußern und annehmen sollte. Wir wissen alle, wie 1956 ein philosophisches Wörterbuch das ausgedrückt hat:„Kritik gilt im Sinne einer Kunst der Beurteilung als eine der wichtigsten menschlichen Fähigkeiten.“ (Philosophisches Wörterbuch Hrsg. Georgi Schischkoff). D.h., wir wissen alle, dass Kritik wichtig ist.

Also, was gibt es noch darüber zu sagen, was nicht schon zig mal gesagt, geschrieben und gehört worden ist? Mein Eindruck ist, dass wir „genug“ (oder zumindest „eine ganze Menge“) darüber wissen, aber bei der Umsetzung „scheitern“,  bzw. uns wahnsinnig schwer tun.

Das bringt mich zu der 2. Schwierigkeit.

2) Das Thema ist wirklich schwierig umzusetzen. Ich habe einige (schlaue) Bücher, Webseite und Blogartikel gelesen (Ok! Zugegeben, eher „überflogen“). Jedes Mal musste ich denken: „Das weiß ich doch! Das hört sich alles so „einfach“ an! Also warum funktioniert’s nur so selten?“

Da ist mir ein  Satz aus einem Lied von Wise Guys eingefallen: „Fast niemand hüpft vor Freude, wenn man ihn kritisiert!“ Vielleicht ist es doch „normal“, dass „Kritik äußern und annehmen“ schwer umzusetzen ist.

Zwei Aspekte sind mir persönlich aus der Vorbereitung dieses Seminars hängen geblieben:

→ Wie ist Jesus selber mit Kritik umgegangen? 
Er hat Fragen gestellt.
  • Jesus mit Petrus „Warum hast du gezweifelt?“ Matthäus 14,31
  • Jesus mit seinen Jüngern im Sturm: „Warum habt ihr solche Angst, ihr Kleingläubigen?“ Matth.8,26
  • Jesus mit seinen Jüngern über den Sauerteig: „Als Jesus merkte, was sie beschäftigte, sagte er: »Ihr Kleingläubigen, warum macht ihr euch Gedanken darüber, dass ihr kein Brot habt?“ Matth.16,8

Jesus wusste sehr wohl die Antwort (anders als bei uns… Wir vermuten, bzw. nehmen an die Antwort zu kennen… Aber das ist ein anderes Thema). Jesus hätte ihnen die Tatsache ihrer Fehler direkt ins Gesicht „knallen“ können (Anders gesagt: Er hätte sie kritisieren können und – fromm ausgedrückt – ihnen „die Wahrheit in Liebe sagen“ können). Aber durch seine Frage gab er seinen Gesprächspartnern die Möglichkeit zu reflektieren, zu überlegen und selber über ihre Handlung nachzudenken.

Ich habe interessanterweise auf Arbeit beobachtet, wie Kollegen (die absolut keine Christen sind) genau diese Methode angewendet haben. Glaub mir, es hat sehr gut funktioniert, sowohl um Kritik zu äußern, als auch um Kritik anzunehmen, bzw. einzuordnen.

→ „Stelle eine Wache vor meinen Mund, Herr!“

Der 2. Aspekt ist aus den Psalmen. Diese Bibelverse drücken genau aus, dass wir (zumindest ich) nicht allein sind, mit dem Thema „Kritik“ einwandfrei umgehen können. Der Psalmist schreibt:

Ps. 141,3-5:„Stelle eine Wache vor meinen Mund, Herr, ja, achte auf die Worte, die über meine Lippen kommen. Lass nicht zu, dass mein Herz sich zum Bösen verleiten lässt – sei es in gottlosen Worten oder Taten, dass ich gemeinsame Sache mache mit Leuten, die Übeltäter sind. Nicht einmal kosten will ich von ihren Leckerbissen!  Wer nach Gottes Willen lebt, der mag mich strafen – er tut es aus Liebe! Er mag mich zurechtweisen – es ist wohltuend wie Salböl für mein Haupt, und dagegen werde ich mich gewiss nicht wehren!“

Wer hätte gedacht, dass Zurechtweisung (ein anderes Wort für „Kritik“) „wohltuend wie Salböl für das Haupt“ sein kann?

Da es wahrscheinlich normal ist, dass wir uns mit Kritik schwer tun und „nicht vor Freude hüpfen, wenn jemand uns kritisiert“, bitte ich Gott darum,  „eine Wache vor meinem Mund zu stellen und auf meine Worte zu achten.“ Ich persönlich will nach Gottes Willen leben. Deshalb, wer ebenfalls nach Gottes Willen lebt, der mag mich strafen und zurechtweisen (bzw. kritisieren), denn er tut es aus Liebe. Dagegen werde ich mich gewiss nicht wehren.

(Glaub mir! Es ist mir nicht leicht gefallen diese Zeilen zu schreiben)

Toastmasters International

Wer ab und zu meinen BLOG liest, hat wahrscheinlich schon mal von Toastmasters International gehört. Doch fragte mich vor kurzem ein Freund: „Was ist das genau, Toastmasters?“ Heute möchte ich erstens kurz erklären, was Toastmasters ist, und zweitens erzählen, wie ich zu Toastmasters gekommen bin.

„Toastmasters International ist eine 1924 in den USA von Ralph Smedley (Anmerkung von mir: Ralph Smedley war Mitarbeiter bei der CVJM) gegründete Non-Profit-Organisation zur Förderung der Kunst des öffentlichen Redens, der effektiven Kommunikation sowie der Menschenführung. Die Organisation hat nach eigenen Angaben weltweit etwa 16.400 Clubs in rund 141 Ländern der Erde mit rund 352.000 Mitgliedern. Toastmasters International ist in den USA als gemeinnützig anerkannt, die Club-Vorstände und andere Mitglieder sind ehrenamtlich tätig. Toastmasters International bietet ein rhetorisches Trainingsprogramm mit verschiedenen Stufen und Projekten an. Dieses wird von den Mitgliedern der Clubs im Rahmen verschiedener Projekte genutzt, wozu einzelne Reden wie etwa auch die Organisation von Veranstaltungen, Festen und Treffen gehören können. Toastmasters International als Organisation ist weder politisch noch religiös aktiv, und bietet seinen Mitgliedern die Vorteile eines weltweiten Netzes.“ Siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Toastmasters

Im Sommer 2016 unterhielt ich mich mit einer Bekannten, die grade auf dem Weg zu einem Toastmasters Treffen war. Sie erzählte mir begeistert davon. Ich dachte, es klingt wirklich gut und ich würde mir das gerne mal anschauen. Gesagt, getan! Ende September 2016 besuchte ich zum ersten Mal ein Toastmasters Clubtreffen beim Leipziger Club „Leipziger Redefreiheit„. Ich war sofort begeistert und entschied mich Ende Oktober 2016 Mitglied zu werden. Seit dem bin ich bei den Toastmasters Clubtreffen regelmäßig dabei und zu Redewettbewerben unterwegs.

Der erste Grund, warum ich bei Toastmasters bin, ist, um meine „Kunst des öffentlichen Redens (und) der effektiven Kommunikation“ zu fördern und zu verbessern. Ich habe im Laufe der Jahre oft in den Gemeinden beobachtet, wie wir Christen unheimlich viel Wert auf den Inhalt der Botschaft, bzw. auf die Predigten legen. Das ist auch richtig so, denn darum geht es. Es geht um das Evangelium! Nichtsdestotrotz habe ich oft gemerkt, dass wir kaum, wenn nicht sogar überhaupt gar keinen Wert auf die Form, bzw. auf die Rhetorik der Prediger legen.

Ich glaube, das ist ein Fehler.

Stell dir vor, du bestellst eine Pizza. 30 Minuten später wird deine Pizza geliefert. Du freust dich riesig darauf. Du machst die Packung auf und siehst, dass die Pizza „vermatscht“ ist. Alle Zutaten sind vorhanden, aber der Teig ist nicht fertig gebacken, die Tomaten sind verschimmelt, das Fleisch nicht durch usw… Du beschwerst dich natürlich beim Lieferant. Darauf antwortet er: „Aber wo ist das Problem? Alle Zutaten (bzw. der Inhalt) sind doch vorhanden. Der Rest ist nur eine Frage der Form. Das ist doch nicht so wichtig, denn unter uns gesagt, alles endet sowieso am „selben Ort.“ Darauf zwinkert der Lieferant.

Wer würde sich mit einem solchen Argument zufrieden geben? Sicherlich niemand.

Doch machen wir das Sonntag für Sonntag mit unseren Predigten. „Der Inhalt ist doch vorhanden. Der Rest ist nur eine Frage der Form. Das ist doch nicht so wichtig.“ So argumentieren wir.

Wie gesagt: Ich glaube, das ist ein Fehler.

Wenn das Evangelium von Jesus Christus wirklich rettet (wovon ich überzeugt bin), wenn das Evangelium die gute Nachricht von Gott für die Menschen ist (wovon ich ebenfalls überzeugt bin), wenn der Inhalt des Evangeliums wirklich das Wichtigste ist (wovon ich auch überzeugt bin), DANN „verdient“ das Evangelium die beste „Verpackung“, bzw. die beste „rethorische“ Form. So wie eine Pizza, die lecker aussieht und gut riecht, schmackhaft ist, ähnlich wird eine Predigt über die schönste Botschaft, die es je gegeben hat und je geben wird, für jeden Menschen „schmackhaft“ werden.

Wenn wir als Prediger unsere Rhetorik üben und darauf achten (und natürlich den Inhalt nicht vernachlässigen), dann bin ich überzeugt, dass viele Menschen auf das Evangelium neugierig werden.

Genau das ist mein Wunsch. Genau daran will ich arbeiten.

Genau das ist der erste Grund, warum ich bei Toastmasters bin.

Wenn du über Toastmasters mehr wissen willst, hier einige Videos und Link:

Toastmasters Webseite

Die Wunder, die vor unseren Augen stattfinden

Unsere jüngste Tochter ist vergangene Woche Samstag 1 Jahr alt geworden. Diese Woche hat sie mit Hilfe eines Babykinderwagens ihre ersten Schritte – mehr oder weniger allein – geschafft. Es sieht alles noch sehr wackelig aus, aber wir standen neben ihr und waren unheimlich stolz.

Vor einigen Wochen hat sie zum ersten Mal ihre „Geschäfte“ auf den Topf gemacht. Die gesamte Familie jubelte vor Stolz.

Seit einigen Tagen  schläft sie zusammen mit ihrem Bruder im Zimmer und sie schläft fast immer durch bis zum Morgen. Papa und Mama sind besonders stolz auf sie 🙂 

Das ist zwar alles sehr schön, aber doch nichts Besonderes. Wir haben das alle durchlebt. Wir haben gelernt zu laufen, gelernt auf die Toilette zu gehen und durchzuschlafen. Heute geschieht das (zumindest meistens) automatisch. 

Genau das habe ich auch gedacht, bis ich vor einigen Tagen meine Tochter bei ihren ersten Schritten beobachtete oder als sie zum ersten Mal mit uns am Tisch sitzen und essen konnte. Die Freude in ihrem Gesicht war nicht zu übersehen. Vielleicht ist es doch nicht so „selbstverständlich“? 

Ich weiß, dass ich in einigen Wochen das auch wieder als „selbstverständlich“ hinnehmen werde. Ich bin aber trotzdem für solche Situationen dankbar, denn dadurch werde ich daran erinnert, dass tagtäglich Wunder direkt vor meinen Augen stattfinden. Ich muss „nur“ lernen, die Augen zu öffnen und in die richtige Richtung zu schauen.  

Darum bete ich zu Gott an jedem Tag. Ich will in meinem Alltag so wenig wie möglich als „selbstverständlich“ betrachten, sondern es als einmaliges und wundervolles Geschenk annehmen. Dafür will ich dankbar sein.  

Meine Kinder dürfen laufen. Ich darf laufen.

Meine Kinder dürfen allein essen. Ich darf allein essen… und satt werden.

Meine Kinder dürfen lesen und schreiben. Ich darf lesen und schreiben.

Meine Kinder dürfen selbstständig denken und sich ausdrücken. Ich ebenfalls.

Beinahe hätte ich noch vergessen:

Meine Kinder dürfen selbstständig auf Toilette gehen. Ich auch 🙂

Danke, Gott, für all diese Wunder, die tagtäglich vor meinen Augen stattfinden. 

Wo fliegen Sie hin?

Diese Frage stellte mir gestern ein Stewart am Flughafen. Das Interessante ist aber nicht die Frage, sondern die Antwort, die ich ihm nach einigen Sekunden Verwirrung und Überlegung, gab: „Nach Paris!„. Darauf antwortete der Stewart: „Nein! Wir SIND in Paris. Wo fliegen Sie hin?“ Nach einigen längeren Sekunden Verwirrung und Überlegung, antwortete ich: „Euh… euh… nach Berlin!

Ich kam von 2 Tagen in Paris mit meinen Kindern zurück. Ich sah im Terminal eine lange Schlange von Menschen mit riesigen Koffern. Ich suchte nach dem Durchgang für Passagieren, die – wie wir – nur Handgepäck hatten und schon online eingescheckt hatten. Ich konnte aber diesen nicht finden. Deshalb sprach ich den Stewart an und fragte: „Sollen wir uns anstellen? Oder dürfen wir durch?“

Ehrlich gesagt, fliege ich nicht so oft. Deshalb bin ich immer etwas nervös. Dazu von Paris aus. Mit 3 Kindern… Kurz gesagt: ich war ziemlich aufgeregt. Deshalb war ich mir nicht mehr so sicher, wo will ich überhaupt hin?

Geht es dir manchmal auch so ähnlich? Nicht unbedingt am Flughafen, aber im Leben?

Wo fliegst du hin? Wo gehst du hin? In welcher Richtung? Was ist dein Ziel? Was willst du erreichen?

Ist es dir immer bewusst? Egal wie du Lebensumstände sind? Oder kommst du doch manchmal im Stottern?

Persönlich, fand ich es sehr praktisch, meine Bordkarte auf mein Handy zu haben. Ich konnte so immer wieder darauf einen Blick werfen und wurde daran erinnert, wo ich hinfliege. Ich tue mir schwer mit den Monitoren mit den Fluginformationen („Flugnummer“, „Gate“, „Time“ usw.). Darauf siehst du alle Flüge, die entweder landen oder starten. Das ist eine ganze Menge. Falls du nicht mehr weiß, wo du hinfliegst, sind diese Monitoren nicht sehr hilfreich, denn du könntest „überall“ hinfliegen.

Worauf will ich hinaus?

Hast du etwas ähnliches wie eine „Bordkarte“ in deinem Leben, die dich schnell daran erinnert, wo du hinfliegst, bzw. in welcher Richtung du gehst und was du erreichen willst?

Sowas wünsche ich dir vom Herzen. Wenn du wegen den Lebensumständen, über die Frage „Wo fliegst du hin?“, im Stottern oder im Zweifeln kommst, wirf einen Blick auf deiner „Bordkarte“. Erinnere dich wo du hinfliegst, bzw. hinwillst. Fliege nicht nach Lust und Laune, da wo der Wind dich hinträgt. Sondern fliege dorthin, wo dein Ziel dich führt und sich befindet.

Storytelling Night (Fortsetzung)

Am 20.02.2019, fand die erste Storytelling Night bei der Moritzbastei in Leipzig. Es war einen echt gelungenen Abend mit über 35 Leute gequetscht in einem kleinen Raum um 6 Rednern zu zuhören, die über das Thema „Der Zauber des Neubeginns“ erzählt haben.

Hier ist mein „Beitrag“ :-):

Wer mehr darüber wissen will: Storytelling auf Facebook

Der nächste Storytelling Abend findet am 27.03. statt, mit dem Thema „Dafür schlägt mein Herz“.

Storytelling Night

Ich freue mich riesig am kommenden Mittwoch (20.02.) beim 1. Storytelling Abend mit dabei zu sein.

Vielen lieben Dank an Kristin Kluck (Homepage) für die Einladung und diese tolle Möglichkeit. Der Abend findet in der Moritzbastei in Leipzig statt.

Das Thema des Abends lautet „Der Zauber des Neubeginns“. Ich darf 1 von 6 Rednern sein und bin unheimlich gespannt, was alles über dieses Thema an dem Abend erzählt wird.

Wenn du also am kommende Mittwoch, in Leipzig bist und einen coolen Abend verbringen willst und über ein interessantes Thema nachdenken willst, bist du herzlich willkommen beim 1. Storytelling Abend, dabei zu sein.

… Fortsetzung folgt…

Musikempfehlung: Switchfoot

Hier kommt eine weitere „Werbepause“ für Musik-Interessenten.

Diesmal möchte ich euch die Band Switchfoot besonders empfehlen.

Ich habe Switchfoot vor ca. 17 Jahren entdeckt. Ich war damals an der Bibelschule. Ein guter Freund hatte mir die CD „Learning to breathe“ vorgespielt.

2002 – während eines Gemeindepraktikums in Yorba Linda, Orange County, Kalifornien – hatte ich die Chance Switchfoot in einem Baseball Stadion (zusammen mit Skillet) im Konzert zu sehen. Ich kann meine Freude und Begeisterung in diesen Zeilen unmöglich wiedergeben. Bis heute spüre ich beides in meinem Herzen, immer wenn ich Switchfoot höre. Ich durfte sie seitdem noch mal in einem Konzert sehen und die Freude und die Begeisterung waren immer noch da.

Was macht Switchfoot so besonders?

Nach 11 Alben und einigen „Side-projects“ schaffen sie es, sich weiter zu entwickeln und sich trotzdem immer noch “treu” zu bleiben. Was meine ich damit? Drei Musiker der Band sind dieselben seit 1996 – die zwei anderen sind vor ca. 15 Jahren dazu gekommen. Seitdem sind sie gemeinsam unterwegs!

„Unterwegs“ ist ein guter Begriff, um Switchfoot zu beschreiben. Sowohl ihre Musik, als ihre Texte widerspiegeln eine geistige Reise. Jede CD ist musikalisch etwas unterschiedlich und dennoch wird sie eindeutig durch den Sound von Switchfoot bestimmt.

Die Stimme von Jon Foreman ist wirklich einzigartig. Die Band schafft es, ruhige, heftige, rockige, fröhliche und düstere Songs auf einer CD, bzw. einer Bühne zusammen zu bringen.

Ihre neue CD „Native Tongue“ –  Muttersprache –  (Siehe Video unten) ist unterschiedlich angenommen worden. Es liegt daran, dass Switchfoot etwas anderes, neues (?), experimentieren wollte. Das ist ihnen gelungen. Obwohl ich am Anfang etwas enttäuscht war, habe ich mich „durchgerungen“ das Album immer wieder zu hören. Warum? Weil ich mittlerweile Switchfoot „kenne“ und weiß, dass etwas wie Qualität, Herz und Seele in ihrer Musik steckt, d.h., ich ahnte, dass etwas drin steckt, was ich vielleicht noch nicht entdeckt habe.

Was ich bisher bemerkt habe, ist die große Textqualität. Die Lieder, „Native Tongue“ und „Voices„, sprechen vom Gewicht unserer Worte und ihrer Wirkung. Die Lieder,  „Let it happen„, „All I need“ und „The strength to let go„,  sprechen von „Hingabe“ und „Kapitulation“ vor dem, was wir wirklich brauchen und worauf es im Leben ankommt.

Die anderen Lieder sprechen u.a. von Freude, Vergebung, Liebe und Begeisterung, die nicht weggenommen werden kann.

Wie erwähnt: Switchfoot nimmt uns auf eine innere Reise mit.

Da ich Reisen liebe, geniesse ich ihre Musik.

Vielleicht ist Switchfoot auch „Deine Musik“.

Hier kannst du einiges „horchen“:

Eine fröhliche Beerdigung

Gibt’s sowas überhaupt? Oder ist es respektlos und makaber?

Ich bin letzte Woche Samstag zu einer Beerdigung gefahren. Ein meiner Vorbilder war ein paar Tage zuvor verstorben. Natürlich habe ich mich nicht gefreut. Natürlich bin ich nicht fröhlich zu Trauerfeier gefahren. Ich bin eher nachdenklich und traurig hingefahren, weil ich mich nicht vorher von ihm verabschieden konnte.

Ich bin aus Respekt und Liebe zu seiner Familie hingefahren. Logischerweise sind Tränen geflossen. Über 200 Leute waren zusammen gekommen, um sich von dem Verstorbenen zu verabschieden. Aber mitten dieser Trauer und Traurigkeit, herrschte Freude. Wieso? Weil alle – seine Ehefrau, seine Kinder, Enkelkinder, Freunde, Verwandte… – überzeugt sind, dass wir eines Tages ihn wiedersehen werden. Deshalb war die Freude größer als alles andere.

Nein, es war nicht einfach sich zu verabschieden.

Nein, es geht weder darum den Tod zu verharmlosen oder den über die leichte Schulter zu nehmen.

Es geht darum sich bewusst zu werden was stärker ist.

2 Dinge haben mir im Leben des Verstorbenen und seiner Familie sehr berührt:

Das 1. ist: Seine Treue. Er war immer zu Stelle um zu helfen. Aber er mochte überhaupt nicht in Mittelpunkt stehen und es sollte nicht um ihn gehen. Selbst bei seiner eigenen Beerdigung. Es sollte immer um Jesus Christus gehen. Als ihn gefragt wurde, was er gerne über Jesus anderen weiter geben möchte, sagte er: „Gottes Treue, trotz meiner Untreue!“

Das 2. ist: Er hatte keine Angst zu sterben. Er hatte zwar Angst vor schmerzen u.ä. aber er hatte vor Sterben keine Angst. Warum? Weil er sich sicher war, wo er hingeht. Er hat sich gefreut (endlich) nach Hause zu seinem Herrn zu gehen. Zum Schluss der Trauerpredigt, wurde gefragt: „Weißt du, wo du hingehst?“ Und anschliessend (sinngemäß): Du bist eingeladen Jesus Christus kennen zu lernen, um die Gewissheit und den Frieden zu bekommen, eines Tages (vielleicht heute?) nach Hause zu unserem Herrn zu kommen.

Ich wünsche mir einen ähnlichen Spur zu hinterlassen, wie dieser Bruder, der vor knapp 2 Wochen nach Hause gegangen ist.