Was willst du hören?

Unsere jüngste Tochter ist eineinhalb Jahre alt. Vor einigen Tagen habe ich ihr die Geschichte, „Weißt du eigentlich, wie lieb ich dich hab?“, vorgelesen. Darin kam die Frage: „Weißt du, wie sehr Papa dich lieb hat?“, und Elouise antwortete wie selbstverständlich: „Oui“…, zumindest klangt das so. Ich war der stolzeste Papa der Welt. So hoffte ich, als die Frage kam: „Hast du auch Papa lieb?“, wieder ein „Oui“ zu hören. Ich bekam aber eine Kopfbewegung von rechts nach links mit „mhmm!mhmm!“…, anders gesagt: „Non!“… Ich war plötzlich verwirrt und konnte nur hoffen, dass sie das nicht so gemeint hatte.

Ein paar Tage später waren wir in der Küche. Ich rief Elouise zum Essen: „Elouise! Viens manger. Le Repas est prêt!“ (= „Komm essen. Das Essen ist fertig!“).

Die Antwort von Elouise aus meiner Perspektive: „mhmm!mhmm! Will ich nicht!“

Die Antwort von Elouise aus der Perspektive meiner Frau: „Manger!“ (=“essen„)

Da Elouise sofort zu Tisch kam und auf ihrem Stuhl hoch klettern wollte, scheint meine Frau die Antwort von Elouise am besten interpretiert zu haben.

Ob Elouise das wirklich gesagt hat, werden wir wohl nie erfahren…

Ich musste einfach denken: „Man hört, was man hören will!“ Da ist mir eine Werbung vom Musikanbieter Deezer wieder eingefallen (Sorry… es soll keine extra Werbung sein ): 

Ehrlich gesagt,  muss ich bei dieser Werbung immer lachen, denn es gibt keinen größeren Unterschied zwischen den Worten und dem Ton und der Körpersprache des Mannes. Genau darum geht es: „Hör, was du hören willst!“.

Ich habe den Eindruck, es passiert uns (mir zumindest) oft. Wir hören, was wir hören wollen. Ich höre gerne, wenn meine Tochter mir sagt, dass sie mich liebt und sie weiß, dass ich sie lieb habe. Welcher Vater würde das nicht?

Was willst du gerne hören? Von deiner Familie? Von deinen Arbeitskollegen? Von deinem Umfeld?

Es ist gar nicht so leicht zu akzeptieren, dass man sich manchmal etwas vormacht und sich selbst täuscht. Vielleicht gibt  es aber auch einen Riesenunterschied zwischen, was ich hören will und was ich hören muss. Oder?

Ich wünsche mir allerdings, dass, was ich hören will mit dem, was ich hören muss, übereinstimmt. Das wünsche ich auch Dir von ganzem Herzen! Denn so brauchen wir uns nichts mehr vorzumachen.

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