Steht’s wirklich so?

Vor einigen Tage, habe ich mit Phileas und Lenia die Andacht bevor ins Bett gehen, gelesen. Bevor ich anfing zu lesen, sah ich, dass der Vers für die Andacht Epheser 6,1 war:

„Ihr Kinder, gehorcht euren Eltern! So möchte es der Herr, dem ihr gehört; so ist es gut und richtig.“

Ich sage als Witz zu meinen Kindern: „Hört gut zu! Das ist mein Lieblingsvers heute Abend.“ Und lese den Vers laut.

Beide Kinder lachen sich kaputt. Lenia sagt mir: „Das steht doch gar nicht! Das hast du dir nur ausgedacht!“ Als ich anfing zu lesen, machten beide nur quatsch und taten so als ob, sie sich die Ohren zu hielten.

Ich muss sagen: Wir haben wirklich gut gelacht.

Nach der Andacht (und natürlich nachdem Phileas und Lenia sehr gehorsam waren und tief schliefen ;-)) musste ich an der Situation zurück denken. Ich, als Papa, habe den Vers besonders langsam und deutlich vorgelesen, in der Hoffnung, dass die Kinder die Botschaft begreifen. Die Kinder ihrerseits haben Witze gemacht und indirekt damit ausgedrückt, dass sie den Vers nicht hören wollten. Es ist eigentlich verständlich oder? Lasst uns mal ehrlich sein: Machen wir, Erwachsene, das auch nicht so?

Viele Männer zitieren stolz ihren Frauen aus der Bibel: „Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter! Ihr zeigt damit, dass ihr euch dem Herrn unterordnet.“ (Eph. 5,22) und Frauen zitieren ebenfalls stolz aus der Bibel: „Und ihr Männer, liebt eure Frauen! Liebt sie so, wie Christus die Gemeinde geliebt hat: Er hat sein Leben für sie hingegeben.“ (Eph. 5,25… Ja, nur ein paar Verse weiter). Und beide „scheinen“ nichts von den anderen Vers zu wissen… Ich hab manchmal den Eindruck, wir zitieren gern aus der Bibel, wenn sie unsere Meinung, bzw. was wir erreichen wollen, bestätigt. Aber steht das wirklich so? Oder wie meine Kinder sagten: „Du hast dir das nur ausgedacht!“

Vielleicht ist es manchmal wirklich so… wir denken uns Dinge aus, die Gott vielleicht nie gesagt hat. Aber es gibt auch Dinge, die ganz klar in der Bibel stehen, wie z.B.: 

Liebt einander! Ihr sollt einanderlieben, wie ich euch geliebt habe.“ (Jesus Worte aus Joh. 13,34) 

oder „Folge mir nach!“ (Jesus Worte, die öfters in den Evangelien vorkommen) 

Oder auch „Der Lohn, den die Sünde zahlt, ist der Tod; aber das Geschenk, das Gott uns in seiner Gnade macht, ist das ewige Leben in Jesus Christus, unserem Herrn.“ (Römer 6,23)

u.v.m. 

Es stimmt, es stehen manche Dinge in der Bibel, die Gott, bzw. Jesus, gesagt hat, die unangenehm sind. Was machen wir damit? Es ist ähnlich wie in einer Freundschaft, einer Ehe oder in der Familie. Manche Dinge werden gesagt, die sehr unangenehm sind und sogar weh tun… aber oft weil diese Menschen uns lieben. Was machen wir damit? Argumentieren wir: „Nein! Das hast du dir nur ausgedacht!“ Oder schlucken wir (weil es logischerweise nicht wie Wasser einfach so runter fließt…) und nehmen wir es an, mit der Gewissheit: „Diese Person meint es gut mit mir!“

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